Kommentar zum Trainerwechsel von Felix Magath nach Schalke
Diesmal wohl keine Ente: Magath wechselt zur nächsten Saison rüber nach Schalke, wie mir soeben telefonisch durch unsere Expertin Oma Müllär mitgeteilt wurde. Das wird nach dem Klinsmann-Coup der Bayern wohl der teuerste Trainertransfer der Bundesliga. Damit zeigt sich wieder mal, wie ausgefuchst der “Schleifer” Magath ist: Er weiß ganz genau, dass Wolfsburg mit dem Sponsor VW in Zeiten der Wirtschaftskrise (die Autoindustrie ist mit am stärksten von der Krise betroffen) keine großen finanziellen Sprünge machen kann. Bedauerlich auch, weil die spielstarken Wolfsburger gemeinsam mit dem erfahrenen Magath nächstes Jahr in der Champions League sicherlich für einige Furore hätte sorgen können, zumindest mehr als Stuttgart in der letzten Saison.
Zudem kommt Magath jetzt in ein ethisch-moralisches Dilemma, was ihn nicht nur in Wolfsburg einige Sympathiepunkte kosten könnte: Denn das Top-Trio der Liga – Dzeko, Grafite und Misimovic – wird er sicherlich auf kurz oder lang nach Schalke locken wollen. Obwohl er vor einigen Tagen im Interview noch beteuert hat, dass die Leistungsträger in Wolfsburg noch lange Verträge haben und der Verein somit bestens für die Zukunft aufgestellt sei.
Ein weiterer fader Beigeschmack: Wieso muss der Transfer ausgerechnet jetzt an die Öffentlichkeit gelangen? Die Unruhe, die damit verursacht wird, könnte Magath eine weitere und den VfL Wolfsburg die erste Meisterschaft in der Bundesliga kosten. Was den VfL-Fans, den Spielern und natürlich dem Verein wirklich nicht zu wünschen wäre. Wenn Magath mit diesem Wechsel zu Schalke die langfristige Strategie verfolgt, das Meisterschaftsmonopol der Bayern zu knacken, dann wurde durch die vorzeitige Bekanntgabe des Wechsels wohlmöglich erstmal das Gegenteil bewirkt. Denn wie oft haben die Bayern die Meisterschaft erst kurz vor Schluss entschieden, meist nicht aus eigener Kraft, sondern durch die Fehler ihrer Mitkonkurrenten.
von Oliver Dziemba