Bewegung im Internet-TV-Geschäft – aber wohin?
Einer Meldung der WELT online vom 20.4.2009 zufolge buhlen DSF und Spiegel-TV in der Endrunde um die Bilderproduktion für die Bundesliga-Übertragung der Telekom via Internet-TV. Bisher lieferte bekanntlich Premiere die Live-Bilder für das Entertain-Paket des Konzerns.
Hauptgrund für die Neuausschreibung dürfte sein, dass die Telekom bzw. T-Home ein eigenes Gewand in Sachen Fußball-Berichterstattung bekommen möchte. Denn bisher war das T-Home-Paket lediglich ein Abklatsch eines Premiere-Abos. Dem Endkunde kümmert gemeinhin ja nicht über welche Kanäle Live-Bilder ins Haus kommen, sondern welche und was es kostet. Da T-Home zahlreiche Club-TVs möglich macht (z.B. WölfeTV), könnte es künftig durchaus möglich sein, dass vereinsbezogene Sendungen über das Internet-TV ausgestrahlt werden.
Der Artikel bringt aber noch weitere interessante Insights zutage. Zum Beispiel, dass die Telekom im letzten Jahr nur mit Mühe 500.000 Abonnenten als Fußball-Kunden gewonnen habe. Wie viel Geld steckt also tatsächlich im Internet-TV-Geschäft mit Live-Fußball? Mir scheint, das superdolle Geschäftsmodell steht in diesem Bereich noch lange nicht. Premiere versucht’s ab der nächsten Saison auf jeden Fall mit Live-Streams der Fußball-Bundesliga. Die sind ja schon heute für DFB-Pokal, Champions League, europ. Ligen etc. nicht gerade günstig. Auf jeden Fall – so viel ist sicher – werden beide Unternehmen bei Nichterreichen der Umsatzprognose in diesem Geschäftsfeld wieder schreien: “Die bösen Hacker waren’s”.
von Andreas HaderleinTags: IPTV, Live-Streams, Übertragungsrechte