Fußball wird immer digitaler – mit Livestreams und Widgets
Gleich drei Meldungen passen in ein Muster, das hier mal mit “Auswirkung der Digitalisierung auf den deutschen Profi-Fußball” bezeichnet wird:
1) Livestreams: Nach Werder Bremen ist HSV nun der zweite deutsche Fußballclub, dessen Auswärtsbegegnung im UEFA-Cup ausschließlich im Web-Livestream zu sehen ist. Maxdome überträgt am kommenden Mittwoch die 1/16-Finalbegegnung NEC Nijmegen gegen HSV ab 20.45 Uhr – Pay-per-View für 3,99 Euro. DSL-Anschluss (plus Windows Media Player) oder eine entsprechende Set-Top-Box für den Fernseher genügt.
Der feine Unterschied zum Nordrivalen vor einem Jahr: Werder sendete damals noch über Werder.TV, das bei Maxdome gehostet war. HSV wollte sich die Übertragung für das eigene Club-TV (HSV-TV) auch sichern. Es reichte wohl aber das Geld (oder die Überzeugung) nicht. Nun hat Maxdome, das Gemeinschaftsunternehmen der ProSiebenSat.1 Media AG und der United Internet AG, neben Schalke-TV und einem Spitzenspiel der Serie A am Wochenende ein ganz ansehnliches Repertoire zu bieten. Fußball wird immer digitaler. Alle Livestreams auf einen Blick »
2) Apropos Livestream: Premiere, bald ja vielleicht SkyPremiere, will die Bundesliga ab der kommenden Saison auch als Übertragung im Internet anbieten. DIGITAL fernsehen berichtet aber auch, dass weder Klarheit über das Pricing herrsche, noch sei klar, welche und wie viele Spiele im Internet als Bezahl-Livestream ohne Premiere-Abo zur Verfügung stehen werden. Fakt ist, schon heute verdient Premiere an der Webübertragung des DFB-Pokals, für den sich der Sender ja die Übertragungsrechte sichern konnte. Neben DFB-Pokal stehen noch Champions-League-Partien, diverse Begegnungen aus der Premier League und zahlreiche andere Live-Sportübertragungen auf Premiere InternetTV bereit. Die Pay-per-Views kosten schon heute bis acht Euro, Champions League sogar bis zehn Euro. In den kommenden vier Jahren, so lange hat sich Premiere die Übertragungsrechte für TV und Web der Bundesliga gesichert, wird also das Geschäftsmodell Livestreaming auf die Probe gestellt. Fußball wird immer digitaler.
3) Widgets: Werder Bremen, Vorreiter in Sachen Neue Medien und alter, sorry, Angriffs-Fußball, ist – soweit ich weiß – der erste Proficlub mit einem eigenen Widgets-Angebot. Auf der Vereins-Website stehen nun insgesamt vier Miniprogramme zum Einbauen für User bereit. Einziges Manko: Man beschränkt sich auf den Google-Desktop (Wieso nicht Gadgets für Googles personalisierte Startseite?), der mit Windows XP installiert werden kann/muss, und auf Widgets für die Windows Vista Sidebar. Also alles desktop, nicht webtop-basiert! Eigentlich bekommen Widgets ja ihre Kraft, wenn sie in Social Networks kursieren (z.B. in Facebook) oder in private Webauftritte implementiert werden können (wie z.B. in Weblogs oder Fan-Foren). Hier hat man sich aber wohl für ein klar meßbares Angebot entschieden. Für MAC-User sollen ebenfalls bald Widgets erhältlich sein. Wer wissen möchte, wie gute Widgets aussehen und handhabbar sind, der schaue auf die Website der NBA in den USA. Fußball wird aber auch in Deutschland immer digitaler – und wir haben’s geahnt. Siehe Abschnitt “Strukturelle Dezentralisierung” im Blogeintrag Internet-Trends 2009 »
von Andreas HaderleinTags: Club-TV, Live-Streams, Marketing, Widgets