Mehr Fußball is’ nich’ – zumindest in der “Offline” Lufthansa

Nie habe ich auf einem Flug mehr gelitten als gestern Abend. Ich war auf dem Weg nach Beijing, um dort (ausgerechnet) an der International Football Arena teilzunehmen. Business Class fliegt man ja nicht alle Tage. Insofern war die Erwartungshaltung hoch. “Wenn schon kein Live-TV, dann haben die bestimmt Internet Access und ich guck mir das Spiel per Stream an oder zumindest mal einen Live-Ticker”, dachte ich mir. Und nichts hasse ich mehr als bescheuerte Text-Live-Ticker. Also schon ein wirkliches Entgegenkommen meinerseits.

Aber Pustekuchen! Kein Internet, kein Live-Ticker, kein Radio, KEIN LIVE-FUSSBALL in der Lufthansa-Maschine LH 720 von Frankfurt nach Peking am 21. Mai 2008. Manu kickte irgendwo 10.000 Meter unter mir (und noch ein paar Landkilometer weiter) gegen Chelsea um den Championsleague-Pokal. Und ich habe nichts, aber auch gar nichts mitbekommen. Handy habe ich ausgelassen, um keinen Absturz über Russland zu riskieren ;-) Gegen 20.15 Uhr überflogen wir nördlich Moskau. Das Leiden nahm kein Ende.

Flugkoordinaten

Der einzige, der wahrscheinlich wusste was Sache ist, war der Captain (hätte ja wenigstens mal ne Durchsage machen können). Ich war mit Sicherheit nicht der einzige, der gelitten hat. Da hat man ne komplette Media-Landschaft aufklappbar in den Business Class Sitzen, aber keine Möglichkeit das größte Vereinssport-Ereignis 2008 zu verfolgen.

Und jetzt das Beste. Die superkreativen EM-getriebenen Köche der Lufthansa haben sich ein besonderes Special einfallen lassen: Butter-Stückchen mit Lederfußball-Profil. Ich sag’s euch. Der Horror hoch zehn.

In Beijing habe ich mir gerade die Match-Highlights über YouTube reingezogen, weil CNN zur Ortszeit 10.00 Uhr morgens nur Standbilder zeigen darf.
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von Andreas Haderlein

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